Das Molli Museum

Am Endbahnhof Kühlungsborn West lädt das Molli-Museum die Besucher zu einem Ausflug in die Eisenbahngeschichte ein. Der Eingang befindet sich im angrenzenden Museumscafe, das täglich geöffnet hat. Der Eintritt zum Museum ist kostenlos. Zum Erhalt wird jedoch um Spenden gebeten, die in eine alte Bahnlaterne an der Tür eingeworfen werden können. Für Gruppen werden auf Voranmeldung auch Führungen angeboten.

Innenansicht Museum

Die Anfänge der Museumsarbeit

Mitte der 70-er Jahre fiel die Entscheidung, den Molli als Touristikbahn zu erhalten und als Denkmal der Produktions- und Verkehrsgeschichte des Bezirkes Rostock in die Denkmal-Liste einzutragen. Von den staatlichen Stellen der Bahn, den Städten und dem Kreis wurden unter Einbeziehung der Verbände der Eisenbahnfreunde Vorstellungen zusammengetragen, diese Beschlüsse mit Leben zu erfüllen. Man konzentrierte sich auf die Sammlung historischer Exponate und die Einrichtung eines Museums sowie den Erhalt und die Restaurierung historischer Fahrzeuge zum Zwecke der Ausstellung und Durchführung von Sonderfahrten. Eine Konzeption hatte hohe Ziele gesetzt, bis hin zu einer gläsernen Ausstellungshalle für die historischen Fahrzeuge, der Beschäftigung eines Museumswarts und dem Nachbau einer Trambahnlok von 1886. 

Wegen der in der DDR herrschenden Knappheit an materiellen und personellen Ressourcen kam die Umsetzung dieser Ideen nur langsam voran. Große Initiative ergriffen dabei immer wieder die Eisenbahnfreunde der Arbeitsgemeinschaft 8/9 „Freunde der Eisenbahn“ im DMV der DDR bzw. die Interessengemeinschaft Bäderbahn.

Der Ausbau eines Raumes im Güterboden Kühlungsborn Ost konnte bis 1982/83 realisiert werden. Dann fanden hier Vorträge statt. Auf einer Freifläche waren einige Exponate aufgestellt. Nach der Privatisierung des Molli standen diese Räumlichkeiten und Flächen jedoch nicht mehr zur Verfügung, da die DB-Immobilien-Verwaltung sie nur für hohe Summen verkaufen wollte.

Neubeginn im Güterboden Bahnhof Kühlungsborn West

Bei der MBB Molli GmbH wurde dann ab 1995 der Gedanke verfolgt, den betrieblich ohnehin viel interessanteren Bahnhof Kühlungsborn West mit seiner baulichen und technischen Ausstattung zum Erlebnisbereich auszubauen. Hier standen neben einem großen Güterboden als mögliche Ausstellungsfläche, Kellerräumen für Lagerzwecke auch bessere Unterstellmöglichkeiten für Fahrzeuge im alten Wagenschuppen zur Verfügung.

1996 gelang mit der Kopplung an das Museumscafé eine sehr gelungene Gestaltung des Museums-Innenbereiches mit angegliederter Gastronomie. Ein besonderes Highlight bildet der offene Güterwagen vor dem Cafe, der im Sommer mit Tischen und Bänken ausgestattet als Veranda zum Verweilen einlädt.

Zunächst wurden die aus Kühlungsborn Ost umgelagerten Exponate wie Schautafeln, ein Fahrkartendrucker, alte Telefone und ein Morsegerät gezeigt. Schnell kamen viele neue Teile hinzu wie verschiedene Stellwerke, Gerätschaften der Gleisunterhaltung, eine Laternen- und eine Schildersammlung sowie eine Mutteruhr. Viele Exponate wurden durch ABM-Kräfte aufgearbeitet, so z.B. die alte Gepäckwaage. Da sowohl beim Molli einige technische Einrichtungen und insbesondere bei der DB AG sehr viel modernisiert bzw. stillgelegt wurde, gab es einen großen Fundus an möglichen Exponaten. Buchstäblich in letzter Minute wurde das mechanische Hebelstellwerk und ein Formsignal vom Bahnhof Parkentin gerettet, bevor das Schrottkommando anrückte. 

Ein besonders interessantes Ausstellungsstück stellt der längs aufgeschnittene Original-Kessel der Dampflok 99.2323-6 dar, der noch vom damaligen RAW Görlitz für die Ausstellung hergerichtet wurde. Im Rahmen von Führungen wird an diesem Exponat gern die Funktion eines Dampflok-Kessels erläutert.

Der Außenbereich des Museums

Die Freifläche des Museums, die im ehemaligen Kleingarten des Bahnhofsvorstehers mit großer Unterstützung einer ABM entstand, füllte sich ab 1996 sehr schnell mit sehenswerten Stücken:

  • Kesselschnittmodell und Zylinder der Dampflok 99.2323-6
  • Feldlorenbahn mit Diesellok
  • Bekohlungskran mit Kohlenbansen
  • Formsignal und Fernsprechhäuschen
  • Schranke mit Kurbel und Warnkreuzen
  • Gleisstück mit historischen Radsätzen
  • verschiedene Signal- und Kilometertafeln
  • Wasserkran (ehemals Bahnhof Bad Doberan, Regelspurteil)

Auf dem Gleis 1a, welches 1999 in alter Lage wieder aufgebaut wurde, können in den Sommermonaten auch Schienenfahrzeuge ausgestellt werden. Meist steht hier die nicht mehr betriebsfähige Dampflok 99.332 und der seit Oktober 2001 frisch restaurierte Postwagen Nr. 71 aus dem Gründungsjahr des Molli 1886 oder ein anderer historischer Güterwagen.