Molli-Logo
Mecklenburgische Bäderbahn Molli GmbH Navigation überspringen

Navigation:

zur Startseite

  • Chronik
  • Gesellschaft
  • Fahrzeuge
  • Stellenangebote
  • Galerie
  • Verein
  • Aufgaben des Vereins
Werbe-Bild für unsere Unterkünfte
Werbe-Bild für Lokmitfahrt

Eisenbahn-Gaststätte im Bahnhof Kühlungsborn Ost
Erlebnis-Gaststätte

Salonwagen-Fahrten
Salonwagen mit Getränke-und Speiseangebot im Zug, verkehren: 05.04.12 - 31.10.12


Wagen Nr. 990-308

Reko-Wagen 990-308 im Zugverband auf dem Bahnhof Kühlungsborn West

(hier noch mit Stirnwand oben gelb, zukünftig wird die Stirnwand komplett rot lackiert)

 

Geschichte, Technische Daten

  • gebaut 1926 in der Waggonfabrik Wismar
  • Besteller: Deutsche
  • Reichsbahn-Gesellschaft für die Strecke Doberan - Kühlungsborn 
  • ursprüngliche Nummer: 30, später 9030, ab ca. 1950 heutige Bezeichnung: 990-308
  • 11,750 m lang, 4 Achsen in 2 Drehgestellen
  • 2 offene Einstiegsplattformen mit Fallgittern
  • 36 Sitzplätze
  • Dampfheizung, elektrische Beleuchtung (Stromversorgung von der Lok)
  • ursprünglich: hölzerner Wagenkasten mit Blechverkleidung, typische Fallfenster mit Lederriemen, geknüpfte Gepäcknetze, Holzdach mit Dachoberlichtfenstern, Speichenradsätze, III. Klasse mit Holzlattensitzen, 2 Abteile Nichtraucher / Raucher, Mittelwand mit Schiebetür, bis 1930 Gasbeleuchtung
  • in den 60er Jahren: Einbau von Hartpolstersitzen bezogen mit grünem Kunstleder, Aluminium-Gepäckraufen, Verkleidung der Dachoberlichtfenster mit Blechen oder Demontage des gesamten Oberlichtkastens
  • bis Ende 1980 im oben genannten Zustand im regulären Zugdienst im Einsatz
  • 1/1981 grundlegende Rekonstuktion durch die DR (s.u.)
  • 2/1992 Umbau auf neue Scheibenradsätze und Rollenachslager

Modernisierung unumgänglich, das Reko-Programm der Deutschen Reichsbahn

Ab August 1980 wurden die Wagen des Molli in der damaligen Werkabteilung Perleberg des RAW Wittenberge modernisiert. Dabei wurden die alten hölzernen Wagenkästen mit den Fallfenstern komplett abgerissen. Erhalten blieb vom ursprünglichen Wagen vom Prinzip nur noch das Fahrwerk, anfangs auch noch das Holzdach, jedoch ohne den Oberlichtkasten. Es wurde eine neue Karosserie aus Stahlträgern und -blechen aufgebaut. Als Fenster kamen nun Thermoscheiben mit Gummiprofilen zum Einbau, im oberen Teil konnte nur noch ein kleines Klappfenster geöffnet werden. Auch die gesamte Inneneinrichtung wurde erneuert, sie war danach zwar wartungsfreundlich aber spartanisch anzusehen: Sitzbänke aus Stahlrohrgestellen mit kunstlederbezogenen Schaumstoff-Sitzflächen, Wandverkleidungen aus Sprelacard-Platten. Die Mittelwand mit der Schiebetür entfiel vollständig, wodurch ein recht ungemütlicher Großraum entstand. Die Stirnwandtüren bestanden jetzt aus Aluminium. Die Messinglampen wurden gegen DR-Standard-Leuchten ausgetauscht. Die Heizungen waren mit einfachen abgekanteten Blechen verkleidet. Die allerersten Wagen hatten zunächst noch die ursprünglichen Bühnenfallgitter mit den Kugelrastverschlüssen. Später ersetzte man diese durch die heutigen einfachen Fallbügel.

Diese Rekonstruktion der Wagen war unumgänglich, um die sehr alten und stark verschlissenen Fahrzeuge auch zukünftig wirtschaftlich und sicher einsetzen zu können. Die Beschaffung von Neubauwagen aus bulgarischer Produktion hatte die DR vermutlich aus Kostengründen nicht realisiert.

Ab 1990 wurden dann auch die Fahrwerke einer Modernisierung unterzogen. Man ersetzte die Speichenradsätze durch Neubauten mit Scheibenrädern. Zugleich wurden wartungsfreie Rollenachslager eingebaut, womit das häufige nachölen der Lager entfallen konnte. Allerdings wurde diese Maßnahme nicht konsequent umgesetzt, vermutlich waren nicht ausreichend Teile zum Umbau verfügbar oder die Finanzen wurden nicht genehmigt. So waren 1995 erst etwa 50% der Wagen mit Rollenlagern ausgerüstet.

Rekowagen dieser einheitlichen Bauform gehörten bald auf allen Schmalspurstrecken der DR zum täglichen Bild. An die alte Zeit erinnerten dann nur noch einige wenige erhalten gebliebene historische Wagen.

 

Umgestaltung bei der MBB Molli, Erlebniswert ist gefragt!

Zum Zeitpunkt der Privatisierung des Molli waren die ersten Reko-Wagen immerhin bereits 15 Jahre im Einsatz. Besonders die Inneneinrichtung wirkte abgewirtschaftet und verschlissen. Für eine Bahn die als touristische Attraktion von ihrem hohen Erlebniswert lebt, war dieses Interieur dem Fahrgast kaum zuzumuten, zumal der Fahrpreis auch höher ist als im Nahverkehrstriebwagen oder Bus. So wurde ein Konzept entwickelt, um im Zuge der planmäßig auszuführenden Hauptuntersuchungen der Fahrzeuge eine umfassende Neugestaltung des Fahrgastraumes vornehmen zu lassen. Aus Kostengründen kam ein Rückbau in den Ursprungszustand der Fahrzeuge nicht in Betracht, es wurden jedoch gestalterische Anleihen genommen. Da auch die Karosserien, hierbei insbesondere die Außenlackierung, die Dachbeläge, die Heizung und die E-Anlage umfangreicher Arbeiten bedurften und die verbliebenen 50% der Fahrzeuge ihre neuen Radsätze mit Rollenlagern erhalten sollten, ergab sich ein umfangreiches Investitionsprogramm, was zwischen 1998 und 2003 an 25 Sitzwagen durchgeführt wurde. Dabei wurden folgende Arbeiten ausgeführt:

Karosserie kpl. sandgestrahlt, Neulackierung 3 farbig mit schwarzen Zierlinien ähnlich der früheren Farbgebung der Altbauwagen;

Holzdächer mit Kunststoffschweißbahnen neu eingedeckt;

Rahmen, Drehgestelle, Bremse, Zug- und Stoßeinrichtung, Fenster und Schiebetüren kpl. aufgearbeitet;

Austausch aller Speichenradsätze und Gleitachslager durch neue Scheibenradsätze mit Rollenachslagern;

E-Anlage und Wandisolierung kpl. erneuert;

Heizung aufgearbeitet, neue Heizungsverkleidungen (oben abgeschrägt) angebracht;

neue Innenwandverkleidungen aus Kunststoffplatten mit Holzdekor sowie eine Mittelwand ohne Schiebetür eingebaut;

Deckenverkleidung aus Holzleisten;

Sitze mit weinrotem Kunstleder neu bezogen, Sitzgestelle schwarz lackiert;

neue Deckenlampen eingebaut: Nachbau historischer Messinglampen;

Einbau robuster Abfallbehälter mit stabiler Befestigung;

Gepäckraufen, Fensterrahmen und Türen innen in oxidrot lackiert;

neuer Fußbodenbelag verlegt;

Einbau von Leistenrahmen für Plakate.

Nach dieser grundlegenden Sanierung zeigen sich die Wagen heute in einem attraktiven und angenehmen Ambiente. Durch die warmen Farben, das Holzdekor und die Mittelwand entsteht eine gewisse Gemütlichkeit, die bei den Fahrgästen sehr gut ankommt. Durch die regelmäßige Pflege in der Waschanlage sehen die Wagen auch von außen stets sehr schmuck aus.

< zurück zur Liste

 

Bilder des Wagens:



Innenansicht des Wagens 990-308
2. Klasse mit Hartpolstersitzen
nach der grundlegenden Sanierung und Umgestaltung durch die MBB Molli

 

Fotos von der grundlegenden Aufarbeitung der Wagen:



Im Ausbesserungswerk VIS Halberstadt warten 2 Molli-Wagen und 2 Wagen der RüKB auf den Beginn der Arbeiten



Ein Molli Wagen in der Sandstrahl-Kabine des Ausbesserungswerkes VIS Halberstadt



Die neuen Radsätze und die Drehgestellrahmen warten auf die Montage



Ein Wagenkasten nach der Lackierung im Montagestand des Ausbesserungswerkes VIS Halberstadt



2 Molli-Wagen sind fertig zur Abnahme in der Montagehalle des Werkes VIS Halberstadt



Die aufgearbeiteten Wagen wurden per LKW angeliefert und z.T. nachts in der Goethestraße mittels einer zerlegbaren Rampe entladen (Foto: Heiko Müller)

 

 

Rückblick:

Fotos vor der Umgestaltung der Wagen durch die MBB Molli



So präsentierten sich die Wagen vor der Umgestaltung und Generalreparatur durch die MBB Molli: verschlissen und im allgegenwärtigen Grün-Farbton



Ein Molli-Wagen mit Holzdach im Zustand 1995: ohne schwarze Zierlinien, technische Anschriften unten auf der Seitenwand

 

Historische Fotos des Wagens:



Ende der 70er Jahre hatte der Wagen schon keinen Dachoberlichtaufbau mehr.
Foto: Slg. R. Dröse

 

Alle Fotos dieser Seite, soweit nicht anders benannt

von Jan Methling (MBB Molli).

Verwendung für kommerzielle Zwecke nur nach Zustimmung des Bildautors!


Mecklenburgische Bäderbahn Molli GmbH
Am Bahnhof
D-18209 Bad Doberan

+49 (0)38293 - 431331
+49 (0)38293 - 431332

reservierung@molli-bahn.de

 



Sitemap | Download | Impressum | Kontakt | Suche | Gästebuch

© 2006 Mecklenburgische Bäderbahn Molli GmbH