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Salonwagen mit Getränke-und Speiseangebot im Zug, verkehren: 05.04.12 - 31.10.12

 

 

 

 

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Bilder vor seiner Karriere als historischer Wagen Nr. 17



Um 1980 lief der Wagen noch im Regelverkehr. Die Dachoberlichter waren schon mit Blechen verkleidet. Foto: Slg. R.Dröse



Selten sind Farbaufnahmen aus der Zeit vor 1980! Foto: Slg. R.Dröse



1983 stand der Wagenkasten von 990-206 ungenutzt in Kühlungsborn West
an der ehemaligen Verladerampe

Die Restaurierung des Wagens



Die Blechverkleidung wurde entfernt, das marode Dach abgerissen, das Holzgerippe wird umfassend saniert
und instandgesetzt



Die Bleche sind wieder montiert, ein neues Dach ist aufgebaut, noch ruht
der Wagenkasten auf einem alten Güterwagen-Fahrwerk, Vordächer und Inneneinrichtung fehlen noch



Jetzt ruht der Kasten auf seinem inzwischen aufgearbeiteten richtigen Fahrgestell, die Vordächer werden bereits durch die Handstangen gestützt, es läuft die Montage der Teile der Bühnenbrüstung

Wagen 17 im Einsatz



Beliebt sind Charterfahrten mit den historischen Wagen - wie wäre es einmal mit einer Nachtfahrt?






Wagen Nr. 17

Im Mai 2011 befindet sich der Wagen hier auf einer Probefahrt nach Abschluss der Hauptuntersuchung.

Geschichte:

  • 1914 gebaut, Waggonfabrik Wismar
  • Besteller: Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn für die Strecke Doberan –Kühlungsborn
  • 11,85 m lang, 4 Achsen, typisch: offene Bühnen mit Fallgittern, Dachoberlicht, Speichenradsätze
  • 36 Sitzplätze, III. Klasse mit Holzlattensitzen
  • hölzerner Wagenkasten mit Blechverkleidung
  • Gasbeleuchtung, ab ca. 1930 elektrische Beleuchtung
  • Dampfheizung, da ab 1910 ganzjähriger Betrieb auf der Strecke
  • nach 1945 neue Nummer: 990-206
  • 1982 Auswahl von 4 Sitzwagen für einen künftigen Traditionszug, Wagen 17 war nicht dabei
  • 1/1983 alter Wagenkasten wird in Kühlungsborn abgehoben, sollte Domizil für einen Modelleisenbahnclub werden, stand dann jahrelang ungenutzt an der alten Laderampe
  • 5/1983 der Rest des Wagens wird grundlegend modernisiert: kpl. neuer Wagenkasten aus Metall, neue pflegeleichte Innenausstattung mit Wandplatten aus Sprelacard, Kunstledersitze auf Stahlrohrgestellen
  • 1992 Bergung des alten Wagenkastens, Abstellung im Wagenschuppen auf einem Güterwagenfahrgestell
  • 1994 der Reko-Wagen 990-206 wird wegen bevorstehender Privatisierung des Molli nicht mehr auf Rollenachslager und neue Radsätze umgebaut
  • bis 1998 als Reko-Wagen bei MBB Molli im Einsatz, dann Abstellung wegen Fristablauf
  • 1999 Rahmentausch mit Wagen 990-205 für den Aufbau eines Salonwagens
  • 2001 Beginn der Arbeiten zur Restaurierung
  • August 2003 Fertigstellung des historischen Wagens Nr. 17, Einweihungsfahrt

Rückbau aus einem modernisierten Wagen

Um den ungenutzt herumstehenden alten hölzernen Wagenkasten von 990-206 zu retten, die vielen noch vorhandenen historischen Teile zu nutzen und den Molli-Traditionszug zu verstärken, wurde 1999 die Idee geboren, aus einem Reko-Wagen einen historischen Wagen zurückzubauen. Dazu wurde im Jahr 2000 ein Antrag auf Fördermittel der Landesdenkmalpflege gestellt, der aber abgelehnt wurde. 2001 wurde dann ein erneuter Antrag positiv beschieden. Das war das Startsignal für dieses anspruchsvolle Projekt, den Wagen Nr.17 möglichst originalgetreu auferstehen zu lassen.

Die Aufarbeitung

2001 Sicherung und Aufarbeitung des historischen Wagenkastens:

  • komplette Erneuerung des Fußbodens und des Holzdaches mit Oberlichtkasten
  • Teile der Holzkonstruktion und der Außenbeblechung neu, Aufarbeitung der übrigen Teile
  • Neuanfertigung und Einbau von Teilen der hölzernen Innenverkleidung

2002 stand der Löwenanteil der Arbeiten an:

  • Instandsetzung und Hauptuntersuchung von Rahmen, Drehgestellen, Speichenrädern und Gleitachslagern im Ausbesserungswerk Halberstadt
  • Lackierung des Wagenkastens
  • Decken des Daches
  • Komplettierung der Innenwände und Türen
  • Anfertigung und Einbau des hölzernen Sitzgestühls (z.T. vorhandene Teile)
  • Polieren, Neuverglasen und Einpassen der typischen Fallfenster mit Messingrahmen und Lederriemen
  • Reparatur und Komplettierung der nur unvollständig erhaltenen Heizung
  • Aufstellung der Bühnenbrüstung
  • Reparatur der alten Originalteile wie Fenster-Aufrollautomatiken, Bühnenfallgitter, Türschlösser, Messinglampen sowie Knüpfen der Gepäcknetze
  • Anbringen der Bierlasur an den Innenwänden sowie der historischen Außenbeschriftung
  • Ausstattung mit zahlreichen Details (z.T. Originalteile): Notbremsgriff, Heizungsregler, Gardinen, Email-Schildchen, Aschenbecher

Unser Dank gilt an dieser Stelle

Landesamt für Denkmalpflege Schwerin, Fördermittel für denkmalpflegerischen Mehraufwand

Wirtschaftsministerium M/V Schwerin, Fördermittel für Fahrzeug-Hauptuntersuchung

den Mitarbeitern der MBB-Werkstatt Bad Doberan: umfangreiche Montagearbeiten

 

Folgende Firmen waren beteiligt: Behrens & Partner: Tischlerarbeiten; Ott, Boguslawski: Metallbau, Jezorke: Sandstrahlen, Winkel: Glaserei, Pneutex: Dachbeschichtungen, Podbielski: Fußbodenbelag, Fahrzeug-Lack: Außenlackierung; Schlutow: Innenlackierung, Denkmalpflege GmbH: Gussteile, G. Baumgart: Farbdesign, Kamrath: Elektrik, DB AG-Fahrzeugbau Halberstadt: Fahrwerksinstandsetzung; Feuerwehr Kühlungsborn: Hubarbeiten sowie H. Kartaschewski: Lederarbeiten, A. Stein: Gepäcknetze, G. Matzek: Drechslerarbeiten;

 

Ganz besonders erwähnt werden muss an dieser Stelle jedoch der ehemalige Vorsitzende des Vereins zur Traditionspflege des Molli e.V. Hr. H.-U. Pfeiffer, der viele Einzelteile sicherstellte bzw. nachfertigen ließ, sich viel Wissen um die Historie aneignete und mit sehr viel Mühe, Sachverstand, Fleiß und Engagement an dem Projekt arbeitete und es zusammen mit Werkstattleiter B. Credo und Eisenbahnbetriebsleiter J. Methling zu diesem Erfolg führte.

Das Kuriosum mit der Wagennummer

Da prinzipiell der Rahmen eines Fahrzeuges bestimmend für dessen Betriebsnummer ist, wird der Wagen nach dem Rahmentausch mit dem Salonwagen offiziell als 990-205 in den Büchern geführt und hätte danach die historische Nr. 16. Da aber viele alte Teile wie Wagenkasten und Drehgestelle vom Wagen 990-206 stammen, wurde hier ein Kompromiss gefunden und am Wagenkasten die historische Anschrift „17“ angebracht.

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zuletzt bearbeitet: 04.07.2011

 

Bilder des Wagens:



Innenansicht des Wagens Nr. 17
III. Klasse mit Holzlattensitzen

 

Liebevoll restauriert,

die Details des Wagens:



Achslagerdeckel



Eigentumsanschrift:
Die Mecklenburgische Krone



liebevoll verspielt: die Stützkonsole des Bühnendaches aus Gusseisen



Messinglampen und handgeknüpfte Gepäcknetze



Heizungsabdeckung mit Kleeblattlochung,
Lederriemen zur Fensterbetätigung



Heizungssteller aus Messing



Türschloss aus Messing



Messinglichtschalter

 

Alle Fotos auf dieser Seite sofern

nicht anders gekennzeichnet

von Jan Methling (MBB Molli).

Verwendung für kommerzielle Zwecke nur nach Zustimmung des Bildautors!


Mecklenburgische Bäderbahn Molli GmbH
Am Bahnhof
D-18209 Bad Doberan

+49 (0)38293 - 431331
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