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Gepäckwagen Nr. 996-004

Reko-Gepäckwagen 996-004 auf dem Bahnhof Kühlungsborn West

 

Geschichte, Technische Daten

  • gebaut 1933 in der Waggonfabrik Wismar
  • Besteller: Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft für die Strecke Doberan - Arendsee 
  • ursprüngliche Nummer: 85, später 9085, ab ca. 1950 heutige Bezeichnung: 996-004
  • 9,500 m lang, 4 Achsen in 2 Drehgestellen
  • Gattung PwPost4, heute: KD4
  • Ganzstahl-Bauweise, geschlossene Einstiegsplattform
  • Gepäckraum mit Schiebetüren, Postabteil mit Doppel-Klapptüren, heute: 2 Doppel-Falttüren
  • heute offene Bühne mit Stirnwand-Schiebetür zum Dienstabteil
  • Dampfheizung, elektrische Beleuchtung (Stromversorgung von der Lok)
  • ursprünglich: 2 Abteile Gepäckraum / Postabteil, Trennwand ohne Tür
  • 1-4/75: Ausbau des Postabteils mit Versetzung des Batteriekastens, Verschluss der Türen und Fenster des Postabteil mit Blechen, nun kpl. rote Lackierung
  • bis Ende 1981 im oben genannten Zustand im regulären Zugdienst im Einsatz
  • 2/1982 grundlegende Rekonstuktion durch die DR (s.u.)
  • nach 1995 durch MBB Molli Umbau auf Rollenachslager

Modernisierung unumgänglich, das Reko-Programm der Deutschen Reichsbahn

Ab August 1980 wurden die Wagen des Molli in der damaligen Werkabteilung Perleberg des RAW Wittenberge modernisiert. Dabei wurden die alten hölzernen bzw. Ganzstahl-Wagenkästen komplett abgerissen. Erhalten blieb vom ursprünglichen Wagen vom Prinzip nur noch das komplette Fahrwerk, anfangs auch noch das Holzdach. Es wurde eine neue Karosserie aus Stahlträgern und -blechen aufgebaut. Als Fenster kamen nun Thermoscheiben mit Gummiprofilen zum Einbau, im oberen Teil konnte nur noch ein kleines Klappfenster geöffnet werden. Auch die gesamte Inneneinrichtung wurde erneuert, sie war danach einfach und wartungsfreundlich. Ab 1981 wurden auch die Gepäckwagen in das Programm mit einbezogen. Die seitlichen Schiebetüren wurden dabei durch zweiteilige Falttüren ersetzt. Die Batterien waren am Wagenende zunächst in 2 Kästen untergebracht, die durch Klappen von außen zugänglich waren. Später entfielen diese seitlichen Kästen und Klappen zugunsten eines mittig an der Rückwand stehenden Batteriekastens. Um den Komfort bei der Beförderung von Batterierollstühlen zu verbessern, wurden die hinteren Seitenfenster neben die Klapptüren versetzt und zusätzlich Haltestangen sowie ein Klappsitz für den Begleiter und ein Notbremsgriff eingebaut.

Der Wagen von 1933 erhielt im Zuge der Rekonstruktion an Stelle der geschlossenen Einstiegsbühne nun eine offene.

Diese Rekonstruktion der Wagen war unumgänglich, um die sehr alten und stark verschlissenen Fahrzeuge auch zukünftig wirtschaftlich und sicher einsetzen zu können. Die Beschaffung von Neubauwagen aus bulgarischer Produktion hatte die DR vermutlich aus Kostengründen nicht realisiert.

Ab 1990 wurden dann auch die Fahrwerke einer Modernisierung unterzogen. Man ersetzte die z.T. noch vorhandenen Speichenradsätze durch Neubauten mit Scheibenrädern. Zugleich wurden wartungsfreie Rollenachslager eingebaut, womit das häufige nachölen der Lager entfallen konnte. Allerdings wurde diese Maßnahme nicht konsequent umgesetzt, vermutlich waren nicht ausreichend Teile zum Umbau verfügbar oder die Finanzen wurden nicht genehmigt. So waren 1995 erst etwa 50% der Wagen mit Rollenlagern ausgerüstet. Die MBB Molli rüstete dann zügig auch die letzten fahrzeuge um.

Rekowagen dieser einheitlichen Bauform gehörten bald auf allen Schmalspurstrecken der DR zum täglichen Bild. An die alte Zeit erinnerten dann nur noch einige wenige erhalten gebliebene historische Wagen.

 

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Bilder des Wagens:



Innenansicht des Wagens 996-004
Gepäckraum mit Batteriekästen und Schalttafel
nach der Rekonstruktion 1981

 

Historische Fotos des Wagens:



1971 hatte der Wagen noch sein Postabteil.
Foto: Slg. ............



Ab 1975 war das Postabteil mit seinen Seitentüren und den Fenstern neben der Rückwand nicht mehr vorhanden. Foto 11/81: Jan Methling

 

Alle Fotos dieser Seite, soweit nicht anders benannt

von Jan Methling (MBB Molli).

Verwendung für kommerzielle Zwecke nur nach Zustimmung des Bildautors!


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