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Gedeckter Güterwagen 98-01-56

Der betriebsfähig aufgearbeitete GGw 98-01-56 wartet im Juli 2011 in Kühlungsborn West auf seine Probefahrt.

Geschichte, Technische Daten: 

  • 1922 gebaut, Fa. HAWA, Hannoversche Waggonfabrik, Linden b. H.
  • Besteller: Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft für die Strecke Doberan – Arendsee
  • 9,50 m lang, 4 Achsen in 2 Drehgestellen
  • Wagenkasten: Metallspriegel mit Holzbeplankung
  • Sprengwerk: mit 2 Abstützungen - typisch für alle Wagen aus Hannover
  • Radsätze: Speichenradsätze
  • Achslager: Gleitlager mit Weißmetallausguss und Scmierpolstern
  • Lademasse: 15 t
  • Ladefläche: 16 m2
  • 2 seitliche Schiebetüren
  • Druckluftbremse 2-Kammer (heute ohne Funktion), Spindelhandbremse
  • Wagengattung: GGw
  • ursprüngliche Nummer: 116, später 9.116, heute 98-01-56
  • bis ca. 1969 im regulären Güterverkehr im Einsatz, danach Einsatz als Hilfsgepäckwagen, später Nutzung als Lagerraum
  • ab ca. 1980 vorgesehen zur musealen Erhaltung, später im Bestand des Verkehrsmuseum Dresden geführt als nicht betriebsfähiger historischer Wagen
  • erste Aufarbeitungsschritte zum 100-jährigen Molli-Jubiläum 1986
  • seit 1999 als Dauerleihgabe beim VTM
  • 2001 - 2002 im Rahmen einer ABM durch den VTM umfassend restauriert, danach regelmäßig im Molli-Museum ausgestellt
  • ab April 2008 mit Unterstützung einer ABM erneut Ausführung umfangreicher Arbeiten an der Außenfarbgebung, da der 2002 aufgebrachte Alkydharz-Lack großflächig abblätterte; basierend auf inzwischen guten Erfahrungen mit Holzfarbe, sollte damit eine dauerhafte Farbbeschichtung erreicht werden;
  • die in der Authentizität sehr widersprüchlichen schwarzen Wagenkastenträger wurden nun in braun lackiert, die mit hoher Wahrscheinlichkeit früher niemals an dem Wagen vorhanden gewesene Beschriftung der Länderbahn-Epoche I  wurde durch eine DR-Anschrift der Epoche III ersetzt womit das Fahrzeug zukünftig als DR 98-01-56 GGw bezeichnet ist

Besonderheiten

  • Ab 1969 wurde der Wagen nach Einstellung des Güterverkehrs für seinen ursprünglichen Zweck nicht mehr genutzt.
  • Zur Beförderung von Reisegepäck in Personenzügen erhielt das Fahrzeug zusätzlich je eine Durchgangsleitung für Heizung und elektrischen Strom (Wagenbeleuchtung).
  • Nachdem von 1981 bis 1983 alle Wagen von Zweikammer- auf Einkammerbremse umgerüstet wurden, kam der nicht umgebaute GGw nicht mehr zum Einsatz, blieb aber als historisches Fahrzeug erhalten.
  • Damit ist er eines der letzten Fahrzeuge mit kompletter 2-Kammer-Bremsanlage, vielleicht sogar das einzige betriebsfähige in Deutschland.

Restaurierung

  • um 1982 Festlegung von 5 Wagen für einen künftigen Traditionszug, in dem Zuge wurden auch 3 Güterwagen zum weiteren Erhalt als Denkmal bestimmt, buchmäßig wurden sie dem Verkehrsmuseum Dresden zugeordnet; der ehemalige Wagen 116 gehörte als Vertreter der gedeckten Güterwagen der Bahn dazu
  • zunächst Nutzung im bestehenden Zustand, 1985 erhielt der Wagen in Vorbereitung des 100 jährigen Jubiläums eine Aufarbeitung mit Neulackierung durch die DR. Weitere Restaurierungsarbeiten erfolgten jedoch zunächst nicht, da der Schwerpunkt bei den betriebsfähigen Reisezugwagen lag.
  • im Jahr 2001 begann die umfassende Restaurierung des Wagens, der Verein zur Traditionspflege des Molli e.V. und ABM-Kräfte übernahmen u.a. die Entrostung und Konservierung der Metallteile, den Einbau neuer Holzbretter und die Farbgebung
  • ein Schriftenmaler brachte zuletzt die historische Außenbeschriftung der Länderbahn-Epoche I am Fahrzeug an.
  • Im Sommer 2002 war der Wagen 116 fertiggestellt und wurde danach mehrere Jahre u.a. im Freigelände des Molli-Museums in Kühlungsborn West als Ausstellungsstück genutzt.
  • Eine unzweckmäßige Auswahl des Anstrichstoffes führte dazu, dass die hölzernen Seitenwände des Wagens beginnend mit dem Jahr 2008 erneut komplett abgeschliffen und neu gestrichen werden mussten. Nunmehr wurde spezielle Holzfarbe verwendet. Diese Arbeiten wurden im Februar 2011 abgeschlossen.
  • Im Februar 2011 begann die betriebsfähige Aufarbeitung des Wagens, um das Fahrzeug auch in Sonderzügen mitführen zu können. Dieses Projekt konnte mit der Probefahrt am 30.07.2011 abgeschlossen werden. Pünktlich zum 125 jährigen Molli-Jubiläum stand der Wagen damit einsatzbereit für den Fotozug zur Verfügung.

Beteiligte an der Restaurierung

Verein zur Traditionspflege des Molli e.V.;

Verein zur Perspektive der Region e.V., Bad Doberan;

Schlosserei Boguslawski, Tischlerei Behrens & Partner, 
Hr. Baumgart.

Ganz besonders erwähnt werden muss an dieser Stelle jedoch der ehemalige Vorsitzende des Vereins zur Traditionspflege des Molli e.V. Hr. H.-U. Pfeiffer, der sich viel Wissen um die Historie aneignete und mit sehr viel Mühe, Sachverstand, Fleiß und Engagement an dem Projekt arbeitete.

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Letzte Aktualisierung: Nov. 2011

Bilder vom GGw 98-01-56:

 

 

 



Wagen 98-01-56 vor der Restaurierung hier im Einsatz im Zugdienst als Gepäckbeiwagen
Foto: Slg. R. Dröse

 

Liebevoll restauriert,

die Details am Wagen:





 

Umfangreiche Arbeiten waren zur Restaurierung des Fahrzeuges notwendig



Die Stahlbau- und Holzarbeiten sind abgeschlossen ...



... nun beginnt die Farbgebung der Teile.



Nach Abschluss der Holz- und Farbarbeiten präsentiert sich der noch unbeschriftete Wagen im Spätsommer 2002 auf dem Bf. Kühlungsborn West




Fertig restauriert präsentiert sich der mit Länderbahn-Anschriften versehene GGw 98-01-56 als "Meckl. Schwerin 116" im Januar 2007 in Kühlungsborn West



Am 24.03.2007 wird der Wagen 116 im Molli-Museum Kühlungsborn West für die Saison 2007 aufgestellt. Den Rangierdienst übernimmt die V10C des VTM.



Ab April 2008 erfolgte nochmals eine Erneuerung der Außenfarbgebung, hier sind die südlichen Seitenwandbretter bereits teilweise entfernt.



Im September 2010 kamen dann die anderen zwei Wände an die Reihe ...



... hier werden die Bretter zum Abhobeln in die Tischlerei transportiert - natürlich per Bahn ...



... auf der Rückfahrt von der Tischlerei präsentiert sich die schon fertige Seite des Wagens in der Abendsonne.



Im Januar und Februar 2011 wurden die letzten Bretter der nördlichen Wand wieder montiert und gestrichen.



Im Februar 2011 begannen die Arbeiten zur HU, hier sind die Drehgestelle bereits ausgebaut.

 

Alle Fotos dieser Seite

von Jan Methling (MBB Molli).

Verwendung für kommerzielle Zwecke nur nach Zustimmung des Bildautors!


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