Dampflokomotive 99.332 (99.2332-7)
Im Mai 2011 präsentiert sich die frisch lackierte Lok 99.332 auf dem Bahnhof Kühlungsborn West mit einem gemischten Zug aus Reisezug- und Güterwagen.
Geschichte, Technische Daten:
- 1951 gebaut, VEB Lokomotivbau "Karl Marx", Babelsberg b. Potsdam
- Besteller: SDAG Wismut als Werklokomotive für das Uran-Bergbaugebiet um Schlema/Erzgeb.
- Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn: 1959
- Baureihe 99.33
- Gattung K 44.8
- Bauart: D h2t
- Spurweite: 900 mm
- 8,86 m lang, 4 gekuppelte Achsen mit 800 mm Durchmesser
- Achslast: 8 t
- 2-Zylinder Heißdampf-Lokomotive
- Leistung: 320 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h
- Zugkraft auf der Strecke Bad Doberan - Kühlungsborn West: 250 t
- Gesamtgewicht: 30,5 t
- Vorräte: 2,2 t Kohle; 3,4 m3 Wasser
- Ausrüstung: Druckluftbremse Knorr einlösig mit 2-stufiger Luftpumpe; Druckluft-Läuterwerk BA Knorr, 5 kW-Lichtmaschine mit 85 V für Lok- und Zugbeleuchtung; 2 Strahlpumpen mit 125 l Förderleistung/min; Zentralschmierung BA Grützner
- ursprüngliche Nummer: 99.332, später 99.2332-7
Besonderheiten
- Mit ihren 800 mm großen Treib- und Kuppelrädern und ihrer Höchstgeschwindigkeit von nur 35 km/h ist sie ursprünglich als Verschublokomotive für den Werkbahndienst konzipiert. Sie kann schwere Lasten schleppen, jedoch keine großen Geschwindigkeiten erreichen. Durch den großen Überhang ist das Laufverhalten bei Höchstgeschwindigkeit etwas unruhig. Damit ist sie für den straffen Fahrplan auf der Bäderbahnstrecke nur bedingt geeignet. Im Sommerfahrplan dient sie hauptsächlich als Notfallreserve und wird im Sonderzugdienst verwendet. Im Winterfahrplan kommt sie dagegen häufiger zum Einsatz. Besonders bei Schnee ist sie wegen der fehlenden Laufachsen entgleisungssicherer.
- Für den Einsatz auf der Strecke Bad Doberan - Kühlungsborn West wurden an der ehemaligen Werklok einige Veränderungen vorgenommen. So mussten viele Teile wie Läutewerk, Pumpen, Armaturen ergänzt bzw. mit den Reichsbahnteilen vereinheitlicht werden. Zur Anpassung an das Lichtraumprofil der Strecke wurde das Führerhaus auf die jetzigen schrägen Seitenwände umgebaut. Von ursprünglich 3 von der DR erworbenen Loks sind heute noch 2 erhalten, davon ist nur noch die Schwesterlok 99.2331-9 betriebsfähig. 99.332 steht heute im Molli-Museum Kühlungsborn West.
- Da beim Molli lange Zeit kein Schneepflug existierte, bauten die Eisenbahner für die Loks der BR 99.33 einen Anbau-Schneepflug mit 2 Seitenklappen, die über Luftzylinder betätigt werden. Dieser Pflug war oft an der 99.332 (2332-7) angebaut. Er ist auch heute noch für die 99.2331-9 vorhanden. Letztmalig kam er 1996 zum Einsatz.
Außerbetriebnahme aus wirtschaftlichen Gründen
Die ursprünglich 3 Loks der Baureihe 99.33 hatten schon bei der DR immer eine untergeordnete Bedeutung. Beim Molli und kamen sie eher selten zum Einsatz. Sie waren die ewigen Reserveloks und erreichten oft nur wenige Einsatztage im Jahr. Mit der Einstellung des Güterverkehrs 1969 wurde zunächst die 99.333 ausgemustert und ihr Kessel später als Heizaggregat verkauft. Für das neue Betriebskonzept der MBB Molli ab 1995 mit einem Einzugbetrieb im Winterfahrplan sollten aus wirtschaftlichen Erwägungen nur noch 4 Dampfloks betriebsfähig unterhalten werden. Unter der Maßgabe größere Reparaturen und Hauptuntersuchungen nur im Winterhalbjahr auszuführen hat sich dieses Konzept bis heute sehr gut bewährt. So wurde die 99.2332-7 Ende 1995 nach Ablauf der Kesselfrist abgestellt. Sie wurde inzwischen äußerlich aufgearbeitet und präsentiert sich im Sommerhalbjahr im Molli-Museum in Kühlungsborn West als Ausstellungsstück. Dabei trägt sie ihre in den 60er Jahren übliche Betriebsnummer 99.332. Der Verein zur Traditionspflege des Molli e.V. hat die Betreuung der Lok übernommen.
Schwesterlok 99.2331-9 dagegen wird auch zukünftig betriebsfähig erhalten. Im Sommerfahrplan dient sie als Reserve- und Sonderzuglok, im Winterfahrplan wird sie an ca. 60 Tagen im Zugdienst verwendet.
letzte Aktualisierung: Juni 2011
Fotos aus dem Betriebsalltag der Lok 992332-7
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Um 1980 war die Lok noch regelmäßig im Dienst, hier vor dem Lokschuppen in Kühlungsborn West, der damals noch Schiebetore besaß (Foto: Slg. Methling) |
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Im Dezember 1995 wurde die Lok letztmalig eingesetzt, im Arbeitszugdienst bei der Gleissanierung an der Steilküste |
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Seit dem Frühjahr 2001 steht die Lok in den Sommermonaten zusammen mit einem Wagen im Außenmuseum auf dem Bahnhof Kühlungsborn West |
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Heute dient die Lok als Ausstellungsstück im Mollimuseum auf dem Bahnhof Kühlungsborn West, hier verlässt sie gerade ihr Winterquartier den Wagenschuppen und trifft dabei auf Schwesterlok 99.2331 |
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... und dieser herrlich Güterzug, der an alte Zeiten erinnert, wurde auch nur für die Fotografen aufgestellt |
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von Jan Methling (MBB Molli).
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