Dampflokomotive 99 2331-9
Geschichte, Technische Daten:
- 1951 gebaut, VEB Lokomotivbau "Karl Marx", Babelsberg b. Potsdam
- Besteller: SDAG Wismut als Werklokomotive für das Uran-Bergbaugebiet um Schlema/Erzgeb.
- Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn: 1959
- Baureihe 99.33
- Gattung K 44.8
- Bauart: D h2t
- Spurweite: 900 mm
- 8,86 m lang, 4 gekuppelte Achsen mit 800 mm Durchmesser
- Achslast: 8 t
- 2-Zylinder Heißdampf-Lokomotive
- Leistung: 320 PS
- Höchstgeschwindigkeit: 35 km/h
- Zugkraft auf der Strecke Bad Doberan - Kühlungsborn West: 250 t
- Gesamtgewicht: 30,5 t
- Vorräte: ursprünglich 1,8 t - heute 0,9 t Kohle; 3,4 m3 Wasser
- Ausrüstung: Druckluftbremse Knorr einlösig mit 2-stufiger Luftpumpe; Druckluft-Läuterwerk BA Knorr, 5 kW-Lichtmaschine mit 85 V für Lok- und Zugbeleuchtung; 2 Strahlpumpen mit 125 l Förderleistung/min; Zentralschmierung BA Grützner
- seit November 2010: 2 kleine Schneepflüge vorn und hinten montiert
- ursprüngliche Nummer: 99.331, später 99.2331-9
Besonderheiten
- Mit ihren 800 mm großen Treib- und Kuppelrädern und ihrer Höchstgeschwindigkeit von nur 35 km/h ist sie ursprünglich als Verschublokomotive für den Werkbahndienst konzipiert. Sie kann schwere Lasten schleppen, jedoch keine großen Geschwindigkeiten erreichen. Durch den großen Überhang ist das Laufverhalten bei Höchstgeschwindigkeit etwas unruhig. Damit ist sie für den straffen Fahrplan auf der Bäderbahnstrecke nur bedingt geeignet. Im Sommerfahrplan dient sie hauptsächlich als Notfallreserve und wird im Sonderzugdienst verwendet. Im Winterfahrplan kommt sie dagegen häufiger zum Einsatz. Besonders bei Schnee und Eis ist sie wegen der fehlenden Laufachsen entgleisungssicherer.
- Für den Einsatz auf der Strecke Bad Doberan - Kühlungsborn West wurden an der ehemaligen Werklok einige Veränderungen vorgenommen. So mussten viele Teile wie Läutewerk, Pumpen, Armaturen ergänzt bzw. mit den Reichsbahnteilen vereinheitlicht werden. Zur Anpassung an das Lichtraumprofil der Strecke wurde das Führerhaus auf die jetzigen schrägen Seitenwände umgebaut. Von ursprünglich 3 von der DR erworbenen Loks sind heute noch 2 erhalten, davon ist nur noch die hier vorgestellte 99.2331-9 betriebsfähig.
- Der ursprünglich für die Brikettfeuerung angebaute hohe Kohlekastenaufsatz hinter dem Führerhaus wurde bei der HU 2004 im DLW Meiningen entfernt. Mit Steinkohle konnte er ohnehin nicht völlig gefüllt werden. Es hätte zum Bruch der hinteren Tragfedern geführt.
- Da beim Molli lange Zeit kein Schneepflug existierte, bauten die Eisenbahner für die Loks der BR 99.33 einen Anbau-Schneepflug mit 2 Seitenklappen, die über Luftzylinder betätigt werden. Dieser Pflug ist auch heute noch vorhanden und kann bei Bedarf im Winter montiert werden. Letztmalig kam er 1996 zum Einsatz.
Bestandsreduzierung - Außerbetriebnahme aus wirtschaftlichen Gründen
Die ursprünglich vorhandenen 3 Loks der Baureihe 99.33 hatten schon bei der Deutschen Reichsbahn in der DDR immer eine untergeordnete Bedeutung. Zum Einsatz kamen sie auf der Molli-Strecke eher selten. Sie waren die ewigen Reserveloks und erreichten oft nur wenige Einsatztage im Jahr. Mit der Einstellung des Güterverkehrs 1969 wurde zunächst die 99.333 ausgemustert und ihr Kessel später als Heizaggregat an einen Industriebetrieb verkauft. Eine weitere Lok trug meist den Anbau-Schneepflug. Fotos belegen, dass dieser sogar im Sommer noch an der Lok angebracht war, die Maschine also für den Zugdienst nicht verwendet werden sollte.
Für das neue Betriebskonzept der MBB Molli ab 1995 mit einem Einzugbetrieb im Winterfahrplan sollte aus wirtschaftlichen Erwägungen nur noch eine der "kleinen" Dampfloks betriebsfähig unterhalten werden. Unter der Maßgabe größere Reparaturen und Hauptuntersuchungen nur im Winterhalbjahr auszuführen hat sich dieses Konzept bis heute sehr gut bewährt. So wurde die 99.2332-7 Ende 1995 nach Ablauf der Kesselfrist endgültig abgestellt. Sie wurde inzwischen äußerlich aufgearbeitet und präsentiert sich im Sommerhalbjahr im Molli-Museum in Kühlungsborn West als Ausstellungsstück. Der Verein zur Traditionspflege des Molli e.V. hat die Betreuung der Lok übernommen.
99.2331-9 wird dagegen auch zukünftig betriebsfähig erhalten. Im Sommerfahrplan dient sie als Reserve- und Sonderzuglok, im Winterfahrplan wird sie an ca. 60 Tagen im Zugdienst verwendet.
Die letzte HU an der Lok wurde im Jahre 2004 ausgeführt, eine Kesseluntersuchung dann 2008. Unter Ausnutzung aller Fristen kann die Maschine bis März 2012 eingesetzt werden. Danach ist eine erneute HU im Dampflokwerk Meiningen vorgesehen.
letzte Aktualisierung: Nov. 2011
Fotos aus dem Betriebsalltag der Lok 99.2331-9
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Nach getaner Arbeit rückt 99 2331-9 nun zur Nachtruhe in den Kühlungsborner Lokschuppen ein (Februar 2010). |
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... bei starkem Schneefall kann sie dann auch als Schneepfluglok mit einem angebauten Schiebeschild genutzt werden, was aber zuletzt 1996 der Fall war. |
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Mit ihrem kurzen Zug fährt 99.2331-9 hier am Bahnhof Rennbahn durch die herrliche Winterlandschaft in Richtung Bad Doberan. |
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... dabei begegnete sie hier ihrer Schwesterlok, die gerade aus dem Winterquartier geholt wurde, um ins Außenmuseum umzuziehen |
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Hier die Rückansicht unserer kleinen Lok, der ursprünglich vorhandene Kohlekastenaufsatz wurde bei der letzten HU entfernt |
Alle Fotos dieser Seite
von Jan Methling (MBB Molli).
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